Seediensttauglichkeit
Wer auf einem Seeschiff arbeiten will, braucht nach dem Seearbeitsgesetz ein gültiges Seediensttauglichkeitszeugnis. Es wird nach einer ärztlichen Untersuchung durch einen zugelassenen Arzt oder den Seeärztlichen Dienst der Berufsgenossenschaft Verkehr ausgestellt. Geprüft wird, ob du den gesundheitlichen Anforderungen des Dienstes an Bord gewachsen bist. Lass die Untersuchung früh machen, denn ohne das Zeugnis kann dich keine Reederei an Bord schicken. Das Zeugnis gilt in der Regel zwei Jahre, für jugendliche Besatzungsmitglieder ein Jahr. Du musst die Untersuchung also regelmäßig wiederholen. Achte darauf, dass es während eines geplanten Einsatzes nicht abläuft.
Befähigungszeugnisse
Für Aufgaben mit Verantwortung, etwa als Wachoffizier oder als Schiffsführer auf Binnengewässern, brauchst du Befähigungszeugnisse. In der Seeschifffahrt stellt sie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie nach der Seeleute-Befähigungsverordnung aus. In der Binnenschifffahrt ist die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt zuständig. Dazu kommen vorgeschriebene Sicherheitslehrgänge, die du vor der Beantragung nachweist. Plane Lehrgänge und Anträge rechtzeitig, damit sie nicht mit einem Einsatz an Bord kollidieren.
Wege in den Beruf
Welcher Weg für dich passt, hängt davon ab, ob du auf See, auf Binnengewässern oder an Land arbeiten willst und ob du eine Laufbahn als Offizier anstrebst. Die wichtigsten Einstiege:
- Ausbildung zum Schiffsmechaniker, drei Jahre, überwiegend an Bord
- Ausbildung zum Binnenschiffer, drei Jahre
- Studium der Nautik oder Schiffsbetriebstechnik an einer Fachhochschule, oft mit vorheriger Fahrzeit
- Ausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik oder zum Schifffahrtskaufmann, jeweils drei Jahre, für die Arbeit an Land
Unterlagen und Nachweise
- Lebenslauf mit Schul- und Berufsabschlüssen
- Seediensttauglichkeitszeugnis, sofern schon vorhanden
- Nachweise über Sicherheitslehrgänge und bereits erworbene Befähigungszeugnisse
- Nachweise über deine Fahrtzeiten, die du für spätere Befähigungszeugnisse brauchst
Bewahre alle Nachweise über deine Zeit an Bord sorgfältig auf. Seefahrtszeit ist Voraussetzung für die nächsten Befähigungszeugnisse, und fehlende Belege lassen sich später nur mühsam beschaffen.
Tipps für die Bewerbung
Nenne in der Bewerbung, warum dich die Seefahrt interessiert und wie du mit langer Abwesenheit von zu Hause umgehst. Erfahrungen aus Handwerk, Technik oder Wassersport helfen, weil sie zeigen, dass du praktisch arbeitest und dich auf dem Wasser sicher fühlst, ebenso gute Englischkenntnisse, denn auf international besetzten Schiffen verständigt sich die Crew meist auf Englisch. Wenn du dich für eine Ausbildung bewirbst, frag nach, auf welchem Schiffstyp und in welchem Fahrtgebiet du eingesetzt wirst und wer die Anreise zum Schiff bezahlt. Füge, wenn vorhanden, Kopien von Seediensttauglichkeitszeugnis, Sicherheitslehrgängen und Fahrtzeitnachweisen bei.